Bildung als einzige Chance

Ein Bericht von Sigrid Reymaier – Patenschaftsverantwortliche von Stream of Life

Bildung ist für viele Kinder, für die meisten Menschen in Afrika generell die einzige Chance, der Armut zu entkommen. Mit „Stream of Life“ leisten wir einen kleinen Beitrag dazu. Nach meinem ersten Besuch in Kampala gab es 2019 ein rührendes Wiedersehen.

Trauben von Kindern hängen an dir und lassen dich nicht los. Sie wollen dich nur berühren, ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen. Wahrgenommen werden. Es sind fröhliche, hoffnungsvolle Kinder. Ihre Augen strahlen vor Freude, Glück und Zufriedenheit. Kinder, die so wenig haben, aber einem so viel geben können.

Nach meinem ersten Besuch in Kampala vor einem Jahr, wusste ich was mich erwarten würde als wir 2019 wieder nach Uganda zu unserem Waisenhaus reisten. Und dennoch war so vieles ganz anders. Es war einfach schön, mit eigenen Augen zu sehen, was wir mit viel Engagement und ganz wenigen finanziellen Mitteln erreicht hatten. Was sich binnen weniger Monate zum Positiven verändert hat. Das erfüllt mit Freude und Dankbarkeit. Großer Dankbarkeit an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer, an jede einzelne Spenderin und jeden einzelnen Spender, an unsere Patinnen und Paten.

 
Afrinenas at school - Gruppe mit Sigi.

Wir konnten ein größeres Haus mieten. Es gibt getrennte Zimmer für Mädchen und Buben. Eine Küche mit Ofen und mehreren Nebengebäuden. Wir haben Tische und Sessel und Geschirr gekauft. Unsere Waisenkinder erhalten regelmäßiges Essen. Dank der Paten können wir mittlerweile für über 50 Kinder die Schule und Ausbildung finanzieren.  Wir freuen uns so sehr, wenn einer unserer Schützlinge die Ausbildung beendet, auf dem Weg in die Selbstständigkeit, auf dem wir sie begleiten.

Gerade Ausbildung und Schule sind für mich persönlich mit vielen Emotionen und leider auch nicht allzu guten Erinnerungen verbunden. Ich weiß wie es ist, nicht in die Schule gehen zu können. Ich stamme aus ärmlichen und schwierigen Verhältnissen. Als Kind konnte ich oft die Schule nicht besuchen. Nicht weil es keine gab, sondern weil die Hausarbeit vor den Schulbesuch gereiht wurde.

Meine schwierige familiäre Situation in Kindes- und Jugendjahren ist wohl der Grund, warum ich Kindern in ähnlichen Situationen helfen möchte, ein halbwegs anständiges Leben zu führen. Jetzt geht es mir so viel besser. Und es tut so gut etwas zurückzugeben. Die Waisenkinder in Uganda bei ihrer Ausbildung zu unterstützen und damit auch zu helfen, ihre Zukunft zu meistern.